Vor dem Start
5-Punkte-CheckUnmittelbar vor jedem Start
- Pilot – Helm, Gurtzeug, Karabiner
- Gurtzeug geschlossen
- Helm geschlossen
- Rettungsschirm überprüft
- Fußbeschleuniger korrekt eingehängt
- Karabiner geschlossen und verriegelt
- Leinen – sauber, unverdreht, frei
- Tragegurte nicht verdreht
- Verlauf aller Leinen gecheckt
- Schirm – ausgelegt, Eintrittskante offen
- Schirm ordentlich ausgelegt
- Eintrittskante offen
- Pilot mittig zur Kappe
- Wind – Richtung, Stärke, Bedingungen
- Kommt der Wind überwiegend von vorne?
- Liegt die Windstärke im vertretbaren Bereich?
- Haben sich die Wetterbedingungen seit der letzten Einschätzung verändert?
- Luftraum – Luft- und Startraum frei?
- Luftraum frei – kein anderer Gleitschirm in deiner Startlinie?
- Startplatz selbst frei?
- Letzte Startabbruchmöglichkeit nochmals in Erinnerung rufen
3-Phasen-StartFür einen sicheren Startvorgang
- Aufziehen – Kappe gleichmäßig über den Kopf bringen
- Aktive, aufrechte Startposition einnehmen
- Impuls aus dem Körper, Tragegurte gleichmäßig führen — nicht an den Bremsen ziehen
- Kappe symmetrisch und ohne Ruck aufziehen
- Aufziehtempo an die Windstärke anpassen
- Kontrollieren / Korrigieren – Schirm prüfen, Startentscheid treffen
- Gerät (genügend) anbremsen und visuell kontrollieren
- Korrigieren falls nötig: Schirm unterlaufen und gegenbremsen · Einklapper öffnen · Gerät in die Falllinie steuern
- Entscheid über Start oder Abbruch
- Beschleunigen & Abheben – fließender Übergang in den Flug
- Kontinuierlich beschleunigen — immer längere Schritte bis zum Abheben
- Kappe mit den Bremsen führen und stabilisieren
- Oberkörper nach vorne geneigt: Schultern vor den Tragegurten, Last auf dem Brustgurt
- Erst deutlich nach dem Abheben in die sitzende Position wechseln — wenn der Start zweifelsfrei gelungen ist
FlugvorbereitungAm Vortag · Am Morgen · Am Startplatz
Am Vortag
Am Morgen
Am Startplatz
Wetter verstehen
FlugwettercheckAlle erfüllt → sehr guter Flugtag
| # | Kriterium | Richtwert / Grenzwert |
|---|---|---|
| 01 | Luftdruck | Leichter Hochdruck bis 1.018 hPa |
| 02 | Bodenwind | < 10 km/h in Startplatzausrichtung |
| 03 | Höhenwind | < 10 km/h |
| 04 | Windgradient/-scherung | < 10 km/h pro 1.000 m · < 40° Drehung Boden↔Höhe |
| 05 | Temperaturgradient | 0,6° bis 0,8°/100 m |
| 06 | Fronten | Möglichst keine im Zeitfenster |
| 07 | Föhntendenz | < 2 hPa (max. 4 hPa) |
| 08 | Gewittertendenz | Möglichst gering, kein Cb sichtbar |
| 09 | Inversion | > 1.000–1.500 m über Kammniveau |
| 10 | Bewölkung | < 4/8 Gesamtbewölkung |
| 11 | Spread | ≥ 6 °C für Strecke · ≥ 3 °C lokal |
| 12 | Böen | Keine Spitzen > 15 km/h am Startplatz |
WetterlagenHoch · Tief · Fronten
Ein Tief bringt die Fronten — dazwischen liegt der milde Warmsektor:
| Wetterlage | Fürs Fliegen |
|---|---|
| Hoch | Stabil, oft fliegbar — aber Inversion & Blauthermik möglich |
| Tief | Labil, Wind & Niederschlag — meist kein Flugtag |
| Warmfront | Aufziehende Bewölkung, Absinken — der Flugtag geht zu Ende |
| Kaltfront | Böen, Schauer, Gewitter beim Durchzug — nicht fliegen |
| Rückseite | Klare, labile Luft, kräftige Thermik — aber böig & Schauer |
Rückseitenwetter: Nach dem Kaltfrontdurchgang folgt oft der beste Thermiktag — klare, labile Luft mit kräftigen Bärten. Rechne aber mit böigem Wind und einzelnen Schauern, und die Überentwicklung kommt schnell. Ein Hoch bringt Ruhe, deckelt die Thermik aber häufig mit einer Inversion.
Lokale WindsystemeTal- & Hangwind
Hangaufwind entsteht tagsüber, wo die Sonne den Hang direkt trifft — die erwärmte Luft steigt am Hang auf (orange Pfeile). Er erlischt, sobald der Hang im Schatten liegt; nachts kehrt sich die Strömung um und kalte Luft fließt hangabwärts (blaue Pfeile).
Talwindsystem im Tagesverlauf:
| Phase | Wann | Richtung | Merkmal |
|---|---|---|---|
| Talauswind | Nachts & morgens | Talabwärts | Kalt, dicht, ruhig |
| Übergang | Einige Std. nach Sonnenaufgang | Wechselhaft | Windstille |
| Taleinwind | Mittag & Nachmittag | Talaufwärts | Thermikunterstützend |
| Übergang | Um Sonnenuntergang | Wechselhaft | Windstille |
| Talauswind | Abends & nachts | Talabwärts | Abkühlung, ruhig |
Kein fester Fahrplan: Die Übergänge sind keine festen Uhrzeiten — sie verschieben sich mit Jahreszeit, Tallage und Sonnenstand. Im Hochsommer setzt der Taleinwind deutlich früher ein als im Winter.
Böenfaktor & WindgrenzenBöe ÷ Mittelwind · Richtwerte
Der Böenfaktor = Böe ÷ Mittelwind zeigt, wie ruppig die Luft ist — je höher, desto turbulenter. Beispiel: Böe 30 ÷ Mittelwind 15 = 2,0, schon im roten Bereich.
Gängige Richtwerte (in km/h):
| Gut | Vorsicht | Stopp | |
|---|---|---|---|
| Mittelwind | < 16 | 16–24 | ≥ 25 |
| Böen | ≤ 25 | 26–34 | ≥ 35 |
| Böenfaktor | < 1,6 | 1,6–1,9 | ≥ 2,0 |
Orientierungswerte — die persönlichen Grenzen hängen von Können, Gerät und Startplatz ab. Der Böenfaktor wird erst ab Böen ≥ 25 km/h wichtig; bei wenig Wind ist er nicht aussagekräftig.
Merke: Nicht nur die Stärke zählt, sondern die Ruppigkeit. Ab Böenfaktor 1,6 werden Start und Landung anspruchsvoll, ab 2,0 wird es turbulent — auch wenn der Mittelwind harmlos wirkt.
Wolken & TurbulenzCumulus-Entwicklung · Zeichen vor Ort
Turbulenz-Indizien vor Ort:
- Kurze Cu-Lebensdauer — Cumuli entstehen und lösen sich schnell auf → Thermik zerrissen
- Zerrissene Cu-Basis — unregelmäßige, ausgefranste Wolkenunterkante → starke Scherung
- Staubteufel am Boden — Wirbel aus Staub/Laub → aktive Thermikablösung
- Frühe Überentwicklung — große Cumuli vor 11 Uhr → explosive Thermik, Gewittergefahr
- Tiefe Basis + wenig Wind — Spread < 3 °C + schwacher Wind → Überentwicklung wahrscheinlich
Wird der Cumulus höher als breit und die Basis dunkel, läuft die Überentwicklung schon. Landen, bevor der Turm steht.
Basishöhe, Spread & InversionBasishöhe [m] = Spread × 125
Je größer der Spread, desto höher die Wolkenbasis:
| Spread | Bewölkung / Prognose |
|---|---|
| ≥ 8 °C | Blauthermik wahrscheinlich – kaum Wolkenbildung |
| 5–8 °C | Optimal für Streckenflüge (bis 2/8 Bewölkung) |
| 3–5 °C | Zunehmend Cumulus (bis 4/8 Bewölkung) |
| < 3 °C | Wolken breiten sich aus, Überentwicklung – Vorsicht! |
Inversion: Temperatur steigt mit der Höhe – ein Deckel für die Thermik. Über Kamm + 1.000–1.500 m ist ideal. Liegt die Inversion tiefer, bleibt die Thermik eng und turbulent.
Föhn erkennenWarme Fallwinde im Lee · Alpen-Gefahr Nr. 1
So entsteht Föhn — Luft steigt luvseitig, fällt im Lee warm und böig herab:
Welche Seite Luv oder Lee ist, hängt von der Anströmung ab: Südföhn bringt den warmen Fallwind in die Nordalpen, Nordföhn in die Südalpen. Gefährlich ist immer die Lee-Seite, wo die Luft warm herabfällt.
Föhnzeichen vor Ort:
- Wolkenmauer am Kamm — grauer Wolkenstau, luvseitig am Hauptkamm aufliegend
- Föhnfische (Linsenwolken) — glatte, linsenförmige Wolken im Lee, oft stationär
- Glasklare Fernsicht — auffällig weite, klare Sicht bei warmer, trockener Luft
- Warmer, böiger Wind — plötzlich Süd/Südwest am Startplatz, stark schwankende Böen → nicht starten
- Föhntendenz im Wettercheck — Druckdifferenz > 4 hPa → Föhngefahr
Vorsicht: Föhn ist tückisch — am Boden wirkt es oft ruhig, während in der Höhe schon Sturm herrscht, und die Bedingungen kippen innerhalb von Minuten von ruhig zu ruppig. Im Zweifel nicht starten und die Föhnprognose im Karten-Tab prüfen.
WetterquellenGroßwetterlage · Wind · Thermik · Föhn
Inhalt folgt – wird manuell ergänzt.
Sicherheit & Notfall
Luftraum & RechtLuftraumklassen · Sicht · Ausweichregeln
Der Luftraum ist senkrecht in Klassen gegliedert — bodennah frei, weiter oben und um Flugplätze zunehmend geregelt:
| Klasse | Was | Für Gleitschirme |
|---|---|---|
| G · Golf | Unkontrolliert, bodennah | Frei — keine Freigabe nötig |
| E · Echo | Kontrolliert (für IFR) | VFR erlaubt ohne Freigabe — Wolkenabstände einhalten |
| D · CTR | Kontrollzone um Flugplätze | Nur mit Freigabe → praktisch tabu |
| C | Oberer Luftraum (ab FL 100) | Freigabe nötig → für GS gesperrt |
| RMZ / TMZ | Funk- / Transponderpflicht | Einflug nur mit Funk bzw. Transponder |
Sicht & Wolkenabstände:
| Bereich | Flugsicht | Wolkenabstand |
|---|---|---|
| Luftraum G | ≥ 1,5 km | Frei von Wolken · Erdsicht |
| Luftraum E (unter FL 100) | ≥ 5 km | 1,5 km seitlich · 300 m (1000 ft) senkrecht |
| ab FL 100 | ≥ 8 km | 1,5 km seitlich · 300 m senkrecht |
Ausweichregeln in der Luft:
- Entgegenkommen — beide Piloten weichen nach rechts aus
- Kreuzen — wer von rechts kommt, hat Vorflug
- Überholen — rechts und mit großem Abstand; der Überholte hat Vorrang
- Hangflug — wer den Hang zur Rechten hat, hat Vorrang; den anderen nie zum Hang abdrängen
- Thermikkreisen — der Erste im Bart gibt die Drehrichtung vor, alle kreisen gleich herum
Am Boden & Umwelt:
- Wildruhe- & Naturschutzzonen — nicht überfliegen, ausgewiesene Schutzgebiete meiden
- Start- & Landeplätze — nur zugelassene Gelände nutzen, örtliche Flugordnung & Vereinsregeln beachten
- Vor dem Flug — aktuelle ICAO-Karte, NOTAMs und temporäre Sperrgebiete (z. B. Wettkämpfe, Militär) prüfen
Grundsatz: Sehen und gesehen werden — Luftraumbeobachtung geht vor. Wolkenflug ist verboten; im Zweifel Abstand halten und ausweichen. Luftraumgrenzen unterscheiden sich je nach Land und Gebiet und ändern sich — vor dem Flug immer die aktuelle ICAO-Karte prüfen.
Gewitter & AbstandAbbruchkriterium · Gefahr reicht weit voraus
Ein Gewitter ist ein Abbruchkriterium — die Gefahr reicht weit über die Wolke hinaus:
Die Regeln:
- Großer Abstand — mind. ~30 km zu einem wachsenden Cb; die Böenfront reicht weit voraus
- Rechtzeitig landen — vor der Böenfront am Boden sein, nicht „noch schnell" fliegen
- Wolkensog meiden — unter wachsenden Cb saugt es nach oben in die Wolke → lebensgefährlich
- Frühe Überentwicklung — Cb vor Mittag ist ein Warnsignal, den Tag früh beenden
- Am Boden — weg von Graten, freistehenden Bäumen und Masten; Schirm sichern
Faustregel: Ein Gewitter ist keine Herausforderung, sondern ein Abbruchkriterium. Dunkle Basis, fernes Grollen oder rasch wachsende Türme → sofort landen und Abstand gewinnen. Die gefährliche Böenfront trifft oft 15–30 km vor dem Regen ein, teils bei noch blauem Himmel.
ExtremsituationenAktiv fliegen · Störungen · Abstiegshilfen
Der beste Schutz ist aktives Fliegen — die Kappe über dir halten und Nicken früh ausgleichen (schießt der Schirm vor, anbremsen; fällt er zurück, lösen). Kommt es doch zur Störung, zählen Ruhe, Höhe und Abstand:
| Situation | Was passiert | Reaktion |
|---|---|---|
| Seitenklapper | Flügelseite klappt ein, Schirm dreht zur Klappseite | Gewicht auf die offene Seite, Richtung mit der Bremse halten (nicht überbremsen), Klapper dosiert auspumpen |
| Frontklapper | Vorderkante klappt symmetrisch ein | Öffnet meist von selbst; ggf. kurz beidseitig anbremsen, Nicken kontrollieren |
| Verhänger | Flügelspitze hängt in den Leinen (Cravatte), Schirm dreht ein | Gegensteuern mit Gewicht & Bremse, Stabiloleine ziehen; löst sich nicht → zügig landen. Rettung nur bei nicht beherrschbarer Drehung |
| Sackflug | Schirm sinkt senkrecht ohne Vorwärtsfahrt | Beschleuniger treten bzw. A-Gurte vorschieben, Bremsen ganz lösen |
| Strömungsabriss | Überbremst, Strömung reißt ab, Schirm schießt zurück | Nie ruckartig lösen; kontrolliert ausleiten. Ursache vermeiden: nicht überbremsen |
| Trudeln | Eine Seite abgerissen, Drehung um die Hochachse (Negativ) | Bremse der abgerissenen Seite lösen, sauber ausleiten |
Abstiegshilfen — wenn du schnell absteigen musst:
- Ohrenanlegen — die äußerste A-Leine je Seite ziehen, sodass die Flügelenden einklappen; stabil und übers Gewicht steuerbar, mit Beschleuniger die besten Sinkwerte (~2–4 m/s). Langsam wieder öffnen. Gut gegen Wolkensog und um aus dem Wind zu kommen.
- B-Stall — B-Gurte symmetrisch ziehen, der Schirm sinkt fast senkrecht. Sauber und gleichmäßig lösen. Bei modernen Schirmen seltener nötig.
- Big Ears — die stärkere Ohren-Variante: durch Nachgreifen oder Ziehen von zwei A-Leinen je Seite klappt tiefer ein, voll beschleunigt bis ~8 m/s. Wirkt außerhalb der Gütesiegel-Zulassung — nur mit Training; Landung damit nur im Notfall (Sackfluggefahr).
- Steilspirale — die schnellste Abstiegshilfe, aber mit hohen G-Kräften. Sauber ein- und vor allem rechtzeitig ausleiten (Gefahr Spiralsturz/Blackout). Nur mit Training einsetzen.
Grundsatz: Höhe ist Sicherheit. Im Zweifel früh die Rettung ziehen — bodennah bleibt keine Zeit zum Ausleiten. Diese Übersicht ersetzt kein Sicherheitstraining (SIV) über Wasser, wo diese Situationen geübt gehören.
Landeanflug & VolteRechteckanflug · immer gegen den Wind
Die Landevolte — ein rechteckiger Anflug, der immer gegen den Wind endet:
Der Schlüssel ist das Peilen: der Winkel von der Horizontlinie hinauf zum Landepunkt (Peilpunkt). Je tiefer du kommst und je weiter du entfernt bist, desto flacher wird er. Die vier Phasen mit ihren Peilwinkeln:
- Position — über dem Feld kreisen, Höhe kontrollieren, Wind und Landefeld im Blick. Die Kreise immer im Drehsinn der Landevolte fliegen (Linksvolte → Linkskreise), dann geht es ohne Richtungswechsel in den Gegenanflug. Abflughöhe passt, wenn der Peilwinkel zum Peilpunkt rund 30–35° beträgt (3-facher Gleitwinkel). Bei ~45° (Höhe = horizontale Entfernung) bist du noch etwas zu hoch — lieber so als zu tief.
- Gegenanflug — parallel zum Feld mit dem Wind (downwind), Höhe abbauen und ständig peilen. Der Winkel wird flacher; bei ca. 20° (2-facher Gleitwinkel, Steilheit etwa halbiert) in den Queranflug eindrehen — lieber etwas früher.
- Queranflug — quer zum Wind, langsam (Minimum-Sinken) und mit leichtem Vorhaltewinkel gegen den Seitenwind. Die Entfernung zum Peilpunkt bleibt gleich → hier peilst du am genauesten. Bei ca. 10° (einfacher Gleitwinkel) in den Endanflug drehen. Zu hoch → leeseitig ausweiten, zu tief → Richtung Peilpunkt abkürzen. Schon hier voll aufrichten, damit im Endanflug nur noch Ausrichten und Landen zählt.
- Endanflug — gerade gegen den Wind aufs Ziel, tief keine engen Kurven mehr. Bei wenig Wind mit Trimmspeed anfliegen, ca. 1–1,5 m über Grund beide Bremsen zügig bis zum geringsten Sinken ziehen und halten — der Schirm gleitet kurz bodenparallel — dann unmittelbar vor der Bodenberührung energisch voll durchbremsen. Also zügig anfliegen, abfangen, ausgleiten, durchbremsen. Heber im Endanflug nicht „mitnehmen" (anbremsen trägt dich über den Punkt hinaus), sondern durch Lösen der Bremsen beschleunigen und die Ablösung schnell durchfliegen.
Grundregeln: Immer gegen den Wind landen und die Volte früh und großzügig planen. Landefeld-Wind vorher lesen (Windsack, Rauch, Grasbewegung). Tief keine engen Kurven. Ob Links- oder Rechtsvolte hängt vom Gelände ab — im Zweifel der ortsüblichen Richtung und den anderen Piloten folgen.
Notruf & VerhaltenNotfall in D / A / CH
Notrufnummern
- Überall gültig (DE/AT/CH): Euronotruf 112
- Deutschland: 112 (Bergrettung wird darüber alarmiert)
- Österreich: Alpinnotruf 140, Rettung 144, Euronotruf 112
- Schweiz: Rega 1414 (Luftrettung), Sanität 144, Euronotruf 112; im Wallis Air-Glaciers 1415
- Apps mit Standortübermittlung: Rega-App (CH), SOS-EU-ALP (AT/Bayern/Südtirol)
Notruf richtig absetzen (W-Fragen)
- Wo: möglichst GPS-Koordinaten, Gebiet, Höhe, markante Geländepunkte
- Was ist passiert · Wie viele Betroffene · Welche Verletzungen
- Wer meldet, Rückrufnummer
- Für den Hubschrauber wichtig: Wind, Sicht und Wolken vor Ort
- Nicht zuerst auflegen – auf Rückfragen der Leitstelle warten
Alpines Notsignal
- Notsignal: sechsmal pro Minute ein sichtbares/hörbares Zeichen, eine Minute Pause, wiederholen
- Antwort „verstanden / Hilfe kommt”: dreimal pro Minute
Signale an den Hubschrauber
- „Ja, brauche Hilfe”: beide Arme schräg nach oben (Y-Form)
- „Nein, keine Hilfe”: ein Arm hoch, ein Arm runter (N-Form)
- Beim Anflug: loses Material sichern, hinknien, nur im Sichtfeld des Piloten und von der Talseite nähern
Verhalten bei typischen Notlagen
- Baumlandung: ruhig bleiben, Körper schützen, nicht selbst abklettern – sichern lassen, Hilfe rufen
- Wasserlandung: schon in der Luft aussteigen vorbereiten, nach Kontakt rasch aus Schirm/Leinen, wegschwimmen
- Außenlandung: früh entscheiden, gegen den Wind, freie Fläche ohne Leitungen/Zäune/Vieh
- Stromleitung: niemals selbst befreien, Abstand halten, Netzbetreiber/Rettung verständigen
- Nach Sturz: Eigensicherung zuerst, Verletzte möglichst nicht bewegen, warmhalten, Notruf
Grundsatz: Eigensicherung vor Fremdrettung. Im Zweifel früh den Notruf wählen.
Referenz
Richtige SchirmgrößeFlächenbelastung statt Gewichtsbereich
Die Hersteller-Gewichtsbereiche sind nicht genormt (DHV-Info 220) und keine echte Berechnung. Aussagekräftiger ist die Flächenbelastung — das Abfluggewicht pro m² projizierter Fläche:
| Flächenbelastung | Charakter |
|---|---|
| < 4,3 kg/m² | Gutmütig, ruhig — Schulung & schwache Thermik |
| 4,3–4,8 kg/m² | Allround — XC & Freizeit, ausgewogen |
| 4,8–5,3 kg/m² | Sportlich, dynamisch — schneller, windstabiler, anspruchsvoller |
| ≥ 5,3 kg/m² | Sehr sportlich — hohes Tempo, viel Erfahrung nötig |
Hinweis: Abfluggewicht = Pilot mit kompletter Ausrüstung (Schirm, Gurtzeug, Rettung, Kleidung, Instrumente). Die projizierte Fläche steht in den technischen Daten und ist kleiner als die ausgelegte Fläche. Die Bereiche sind Erfahrungswerte und hängen stark vom Schirmtyp ab.
UmrechnungenWind · Höhe · Gleitzahl
| Von | Nach | Formel |
|---|---|---|
| Knoten | km/h | (kt × 2) − 10 % |
| km/h | Knoten | (km/h ÷ 2) + 10 % |
| m/s | km/h | (m/s × 4) − 10 % |
| m/s | Knoten | m/s × 2 ≈ kt |
| Fuß | Meter | ft × 0,3 |
| Meter | Fuß | (m × 3) + 10 % |
| Gleitzahl | Reichweite | GZ 8 aus 1.000 m → 8 km |
Luftdruck-Referenz1.013,25 hPa — ca. −1 hPa / 8 m
| Höhe | Luftdruck | Höhe | Luftdruck |
|---|---|---|---|
| 0 m | 1.013,25 hPa | 2.000 m | 783,8 hPa |
| 500 m | 950,3 hPa | 2.500 m | 735,1 hPa |
| 1.000 m | 891,2 hPa | 3.000 m | 701,1 hPa |
| 1.500 m | 835,8 hPa | 4.000 m | 616,3 hPa |